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Dr. Moritz Cramer

Dr. Moritz Cramer, geboren 1877,  war Spezialarzt für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten. Seine Wohnung und seine Praxis befanden sich in der Mohrenstraße im Haus Nummer 4.

 

Er war sehr interessiert an Kunst, Kultur und Geschichte seiner Heimatstadt und er hatte eine umfängreiche Bibliothek und eine interessante Kunstsammlung angelegt. 

Bereits vor seiner Deportation war seine Bibliothek mit sehr vielen und wertvollen Coburgica (vgl. Fromm S. 130) und seine Kunstsammlung mit Gemälden von Höllein, Kreyssig, Reumann (vgl. Hubertus Habel: Stadt, Macht Geschichte, Coburg 2005, S. 28 Abb 34) und anderen geraubt worden. Heute befinden sich einige Objekte im städtischen Museumsbesitz. (Liste mit sog. Raubkunst aus seinem Besitz: vgl. Fromm S. 374 ff.)

Am 27. November 1941 wurde Dr. Moritz Cramer mit der ersten Gruppe Coburger Juden nach Riga deportiert, wo er wohl wenige Tage nach der Ankunft ermordet worden ist. (Vgl. Fromm S. 130 ff.)

Wie viele seiner jüdischen Glaubensgenossen auch, war Dr. Moritz Cramer ein nationalbewusster Deutscher, der sich nach dem, was man in seiner Bibliothek an Schätzen vorfand, sehr mit seiner Heimatstadt Coburg identifiziert hat. So schenkte Dr. Cramer 1921 die Skulpturengruppe von Max Stolz "Unsere 7 Feinde im Weltkrieg" an das Städtische Museum Coburg, in dessen bestand sie sich noch heute befindet (vgl. Hubertus Habel: Verlorene Gewissheiten, Coburg 2017, S.44) Damit steht er exemplarisch für Mitglieder der jüdischen Coburger Gemeinde, die sich nur durch ihren Glauben  von anderen patriotisch gesinnten Coburgern unterschieden. 

 

 

ausgewählte Literatur:

Hubert Fromm: Die Coburger Juden (2. Auflage Coburg 2001), S. 106, S. 130, S. 132 

Hubertus Habel: Stadt, Macht Geschichte, Coburg 2005, S. 28 Abb 34

Hubertus Habel: Verlorene Gewissheiten, Coburg 2017, S.44 

http://www.stadtgeschichte-coburg.de/Startseite/archiv/c-cramer.aspx/2061_view-87/34_page-4/

 https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Coburg