Mausoleum im Hofgarten

 

Ein Mausoleum ist ein monumentales Grabmal in Gebäudeform. Der Ausdruck leitet sich ab von Maussoleion, dem zu den antiken sieben Weltwundern gehörenden Grab von Maussolos in Halikarnassos , gewidmet dem Kleinkönig von Karien an der Westküste der heutigen Türkei zwischen 377 und 353 v. Chr und laut Strabon errichtet von Maussolos‚ Frau und Schwester Artemisia II. und nicht von ihrem Mann selbst. Doch kann sie das Mausoleum in den zwei Jahren, die sie ihren Gemahl überlebte, nur annähernd vollendet haben. Interessant daran ist auch, dass die Berühmtheit dieses Weltwunders und die geringe Bedeutung des der Legende nach nicht Beerdigten ein krasses Missverhältnis aufweisen.

Belegt ist das Wort Mausoleum im deutschsprachigen Schrifttum seit dem 16. Jahrhundert. Im Klassizismus wurde dieser Grabmalstypus der Antike reaktiviert, wenn auch in kleinerer Form. Es handelt sich um oft doppelgeschossig angelegte Kleinarchitekturen, bestehend aus einem Andachtsraum und einer darunter liegenden Gruft, wobei Gruft und Kapelle oberirdisch in einem Raum vereint sein können. Funktional bilden diese neuzeitlichen Mausoleen eine Mischform von Gebäude und Denkmal und erfüllen innerhalb der Sepulkralkultur die Aspekte Totengedenken, Repräsentation als auch Appell an die Nachwelt. Dazu gehört auch das Herzogliche Mausoleum  auf dem Friedhofs am Glockenberg in Coburg. das in den Jahren 1853 bis 1858 im Auftrag von Herzog Ernst II errichtet worden ist.

 

Das Mausoleum im Hofgarten

 

 

Das herzogliche Mausoleum wurde in den Jahren 1816 und 1817 erbaut. Herzog Ernst I., Vater von Prinz Albert, ließ es für seine Eltern Franz und Auguste errichten. Das klassizistische Bauwerk wurde im Stil eines griechischen Grabmales gebaut und ist rechteckig. Den Zugang zum Innenraum der Gruft bewachen zwei Sphingen, Der Sphinx galt im 18. Jahrhundert als Symbol der Ewigkeit und der Unsterblichkeit . Der Zugang ist von einem Tonnengewölbe überspannt und mit Sternen und Rosetten gestaltet.

 

 

 

Interessant ist im Zusammenhang mit dieser Homepage die goldene Inschrift über der Türe

 

Non omnis moriar, „Nicht ganz werde ich sterben“, Zitat aus Horazens Ode III, 30, 6. (Text, Übersetzung und Kommentar vgl. Link zur Seite „Horaz: non omnis moriar)

Exegi monumentum aere perennius
regalique situ pyramidum altius,
quod non imber edax, non Aquilo inpotens
possit diruere aut innumerabilis

annorum series et fuga temporum.               5
Non omnis moriar multaque pars mei
vitabit Libitinam; usque ego postera
crescam laude recens, dum Capitolium

scandet cum tacita uirgine pontifex.
Dicar, qua uiolens obstrepit Aufidus               10
et qua pauper aquae Daunus agrestium
regnauit populorum, ex humili potens

princeps Aeolium carmen ad Italos
deduxisse modos. Sume superbiam
quaesitam meritis et mihi Delphica               15
lauro cinge uolens, Melpomene, comam.


Gemeint ist hier im christlichen Kontext, dass die Seele nach dem Tod weiter existieren wird, was Luthers  Lied  (Psalm 118)

Non moriar sed vivam (Martin Luther)“

deutlich machen kann.

 

Diesem Text begegnet man häufig, das abgebildete  Beispiel findet sich in Edinburgh (License: Wikimedia):

Die Urne zur Aufnahme der Asche gehört ikonograpisch zur Sepulkralkultur  („Die vielfältigen kulturellen Formen, in denen der Mensch unter Verwendung von Todessymbolen die Vorgänge des Bestattens und Trauerns zum Ausdruck bringt, wird als Sepulkralkultur bezeichnet.“ vgl. Todessymbolik bei Wikipedia). Interessant ist auch das Symbol der Schlange, das im Zusammenhang mit dem Haus hinterm Marstall erklärt wird.

 

Zusammenfassung; 

Auch eine knappe Inschrift so wie hier liefert Einblicke nicht nur in das Fortleben und Bedeutungswandel, sondern in die Vorstellungen der verschiedenen Zeiten.


Die Seiten zum Thema:

Mausoleum bei Wikipedia

Mausoleum im Hofgarten 

Sepulkralkultur


 

 

Zuschriften bitte an: Coquus22@gmail.com (Administrator)

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