Kommentar zur Inschrift am Georgenspital

(Steinweg 4, Inschrift in der Georgengasse)

Die Inschrift:

SUSCIPIT HOSPITIVM QVOD CERNIS

ALITQVE SENILIS:

IMMORTALE DECVS FAXIT IOVA SIET

CVRIA SPLENDOREM PRAEBETQVE

GEORGIVS ORTVM

ILLVD AMORIS OPVS HOC PIETATIS

ERIT

1.Das Chronogramm

MDCLLVVIIIII (entspricht MDCCXV)

also dem Jahr 1715

2. Die Textart: Epigramm

Es handelt sich um ein Epigramm, das aus 2 elegischen Distichen (Distichon = 1 Hexameter + 1 Pentameter) besteht.

Um das Metrum einhalten zu können, wurden ungewöhnliche Formen (faxit für fecerit und siet für sit) eingesetzt.

Die Längen wurden im folgendem Text durch das Attribut „fett“ deutlich gemacht.

 

SVSCIPIT HOSPITIVM QVOD CERNIS ALITQVE SENILIS:

……..IMMORTALE DECVS // FAXIT IOVA SIET

CVRIA SPLENDOREM PRAEBETQVE GEORGIVS ORTVM

……..ILLVD AMORIS OPVS // HOC PIETATIS ERIT

2. Kommentar:
Vers Wort Bedeutung Erklärung
1 hospitium (gastliches) Quartier, Spital Vgl. Hospiz; Alltenheim

Krankenhaus

3 faxit altlat.: fecerit
siet Statt sit
Iova für: Jehova, Gott
4 Curia Rathaus; Stadtrat Vgl. Kurie in Rom
5 Georgius Hl. Georg Er ist als Drachentöter oberhalb abgebildet
ortus, us Ursprung, Entstehung
6 illud – hoc so – wie

 


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