Varia / Allotria

Unter Allotria (altgriechisch allótria: „fremdartige, nicht zur Sache gehörige Dinge“) sind hier Fundstücke subsumiert, die nicht vollkommen im Zweck dieser Homepage intendiert sind. Als Varia (verschiedenartig) können sie bezeichnet werden, da viele verschiedene Themen und Beobachtungen inkludiert sind. gemeinsamer Nenner ist aber die Verwendung von Latein im weiten Sinn.


Pinsa

Die Original Pinsa Romana war schon im antiken Rom bekannt. So liest man:

Und nun hat sie den Weg nach Coburg gefunden (auch wenn die „taberna“ im Augenblick geschlossen ist. Für immer?)!

Einem römischen Mythos zufolge wurde die Pinsa, was  laut Werbung vom lateinischen pinsare (zerstoßen, zerquetschen) kommt – die Grundzutaten für Pinsa werden nämlich sorgfältig miteinander vermengt, damit der Teig besonders luftig wird – von den alten Römern erfunden. Sie soll schon im 1. Jahrhundert n. Chr. als Opfergabe für die Götter verwendet. worden sein. Nur so ein wohlbekömmlicher Genuss könne die Götter fröhlich stimmen, glaubte man.

Die Kenntnis haben wir von Vergil. Amüsant ist, was dazu Robert Sprenger in seinem Koch-Blog schreibt:

„Im Halbschlaf müde vor mich hin dämmernd, sass ich auf dem Sofa, als mir die Kunde von einem wieder entdeckten, wunderlichen Backwerk zugetragen wurde. Die Pinsa Romana. Vergil habe sie vor über 2000 Jahren in der Aeneis beschrieben. Wusste ich nicht, Vergil liest man nicht alle Tage. Deshalb steht die Aeneis bei mir als angestaubte Bückware im Gestell. Gesucht. Gefunden. Hellwach blätterte ich in den zwölf Gesängen und wurde im 7-ten fündig: „Die Mahlzeit richteten sie und legten im Grase unter die Speisen Opferfladen von Weizengebäck – nach Jupiters Ratschluss –, nutzten als Unterlage sie dann für die Früchte der Ceres“.

Ehrlicherweise allerdings liest man allerdings dort (ab Vers 107):

Aeneas primique duces et pulcher Iulus    (Aeneas, die Anführer und der hübsche Julus)
corpora sub ramis deponunt arboris altae,    (lagern ihre Körper unter den Zweigen eines hohen Baumes)
instituuntque dapes et adorea liba per herbam    (und richten den Festschmaus und über das Gras hin legen sie den Fladen von Spelt)
subiciunt epulis (sic Iuppiter ipse monebat)  110   (unter die Speisen – so mahnte Jupiter selbst -)
et Cereale solum pomis agrestibus augent.    (und überhäufen mit ländlichen Früchten den [Teig-]Boden der Ceres)

Also, statt „pinsa“ steht hier „libum“, was im Georges Band II, Stuttgart 1969 in Spalte 646 als „Kuchen, Fladen“ (aus Weizen … gebacken) erklärt wird und wozu vergleichend auf das althochdeutsche „hleib, leib“, den Laib Brot hingewiesen wird. Der Inhalt würde für eine Gleichsetzung sprechen, aber es steht eben nicht „pinsa“ da.

Dazu kommt, wenn man weiter im interrete recherchiert: „diese Geschichte wurde vom italienischen Unternehmer Corrado di Marco frei erfunden. Er ließ den Markennamen „Pinsa Romana“ 2001 als Teigwarenprodukt eintragen und sponn den Mythos um den Teigfladen, um ihn besser zu verkaufen. Es scheint jedenfalls funktioniert zu haben.“  Außerdem: „Tatsächlich spielte auch die Ähnlichkeit zu „Pizza“ und „Pita“ eine Rolle bei der Namensgebung.“ Nachzulesen bei den Stuttgarter Nachrichten!

Nichtsdestotrotz, eine nette Geschichte, die zeigt, dass Latein bzw. die Wirkung und Achtung des Lateinischen heute weiter existiert.

 

Also: lasst uns mit offenen Augen durch Straßen und über Plätze gehen und „Fundstücke“ sammeln. Für die Zusendung sei schon vorher gedankt!

 

Hier ist schon eines (Quelle: http://www.burgschaenke-veste-coburg.de/:

„Das ist ein schönes Motto, es zeugt von Gastfreundschaft in Haus und Herz gegenüber den Menschen, die danach suchen.“ (Zitat aus einer Predigt)


Zuschriften bitte an: Coquus22@gmail.com (Administrator)

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