Inschrift der Ratsschule

Seit dem frühen Mittelalter lag die Schulbildung in den Händen der Kirche. Mit dem Erstarken der bürgerlichen Selbstverwaltung war Bildung und Erziehung nicht mehr ausschließlich Aufgabe der Kirche, sondern die Städte konnten selbst Schulen gründen oder kirchliche Schulen übernehmen.

Auch in Coburgs Schulgeschichte ist dies zu erkennen. So ist dokumentiert, dass die Verpflichtung des Schulmeisters der Schule an der Morizkirche, die vorher in kirchlicher Hand lag, 1416 durch den Rat der Stadt erfolgte. 1555 wurden neben dem „rector scholarum“ bereits 6 Hilfslehrer von der Stadt bezahlt, was die wachsende Bedeutung dieser Schule dokumentiert.

Neben anderem wie dem Gregoriusfest sind Aufführungen von Werken lateinischer Autoren wie Plautus und Terenz in der (Walter Reißig: Gregorius Aufführungen der Coburger Lateinischen Ratsschule 1550 – 1770: Coburg 1986) im „theatrum“ belegt. Daneben gab es von Lehrern verfasste lateinische Stücke, von denen leider nur die lateinischen Titel bekannt sind.

1576 wird die neue Ratsschule gebaut, in der sieben Klassenräume untergebracht sind. 1988 wurde die mehr als 400 Jahre alte Ratsschule für den Bau des Ämtergebäudes abgerissen. Die Arbeitsgemeinschaft Archäologie des Albertinums unter Leitung von Herrn Koch sowie unterstützt von dem Bauforscher Reiner Wessels hatte nach dem Abriss archäologische Ausgrabungen unter der Ratsschule begonnen, in deren Verlauf solch wichtige Befunde gemacht wurden, dass am Ende das Grabungsmuseum Kirchhof eingerichtet worden ist.

Details sind dem Buch „Grabungsmuseum Kirchhof“, das Reiner Wessels zu verdanken ist, entnommen.

Wichtig ist an dieser Stelle die lateinische Inschrift zur Einweihung 1576, die nach dem Abriss einen neuen Platz im Erdgeschoss des Ämtergebäudes erhalten hat und leicht von außen durch das Fenster zu besichtigen ist.

 

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