Salvatorkirche / St. Salvator

Geschichte

 

Der Salvatorfriedhof war 1494 als Ersatz für den Gottesacker auf dem Kirchhof bei der Morizkirche am Rand der Ketschenvorstadt  angelegt worden. Zusätzlich entstand ein kleines Gebäude, das sogenannte Predigthäuslein. Als größeres Bauwerk folgte in den Jahren  1660 bis 1662 die Salvatorkirche, auch Gottesacker-Kirche genannt. Am 5. September 1662 folgte die Einweihung der Kirche, der auch Herzog Friedrich Wilhelm II. von Sachsen-Altenburgbeiwohnte. 1740 erhielt die Kirche einen Sakristeianbau, um Gottesdienste während des Umbaus der Morizkirche zu ermöglichen. 1824 wurden die alten Grabplatten an die Wände gestellt. Nördlich schließen sich die 1605 entstanden die Bogengänge, (vgl. die Gruftarkaden ), unter denen vornehmere Coburger beigesetzt worden sind und das Renaissancetor mit der Christusstatue (Salvator) an.

Nach der Auflassung des Friedhofs 1866 wegen der Eröffnung des Friedhofs am Glockenberg wurde die Fläche durch die Neubauten des Alexandrinums und der Turnhalle 1967 und den Erweiterungsbau 1985 verkleinert. (vgl.: Morsbach / Titz: Stadt Coburg – Denkmäler in Bayern, München 2006; S. 278/9). Viele Schüler erinnern sich noch, dass sich im Erdaushub Knochen befanden, die teilweise mitgenommen worden sind.

Seit 1984 besteht hier eine Parkanlage, in die Grabsteine  Architekturfragmente mehr unter dekorativen Gesichtspunkten integriert worden sind als aus historischen Gegebenheiten oder gar aus Pietät.

 

An diese Ursprünge erinnert die Gründungsinschrift, die sich an der Front im Treppenaufgang befindet und die daher für Betrachter nicht leicht zu betrachten ist:

 

IN NOMINE SS. TRINITATIS

FANUM HOC COEMETERIALE

EXTRUI COEPTUM ET CONSUMMATUM

JESU SAKVATORI

IN PRAESENTIA SERENISS.[IMI] CELSISS.[IMI] PRICIPUM

DN. FRIDERICI WILHELMI PATRIAE PATRIS GRATIISISS.[IMI]

DN. CHRISTIANI ET DN. MAURITII REVERENDISS.[IMI]

ILLIUS MARTISBURGENS HUJUS NUMBURGENS.

EPISCOPATUS ADMINISTRATORUM:

OMNIUM VERO DUCUM SAXONIAE JULIAE CLIVIAE MONTIUM etc.[etera]

SERENISSIMARUM CELSISSIMARUMQUE CONJUGUM etc.[etera]

MULTORUM INSUPER PEREGRINORUM PROCERUM

D. AUDUSTI CARPZOVI[I] . CANCELLARI[I]

RT CAETERORUM CONSILIARIORUM ATQ[ue] OFFICIALIUM

NEC NON SENATUS POPULIQ[ue] COBURGENSIS

CONCIONE SUPER VERS XIV. CAP: I: HAGGAI HABITA

DEVOTE CONSECRATUM ET DICATUM EST

A TOBIA SEIFARTO D. SUPERINTENDENTE GENERALI,

ANNO CIↃIↃCLXII D. V. M. SEPTEMBRIS

EXAUDI DOMINE EXAUDI VOTUM SERVI TUI!

Nil Aedi huic noceant venti nil ignis & imber

nil miles: Summam perstet ad usque Diem!

 

Zum Datum:

ANNO CIↃIↃCLXII (Römische Zahlzeichen)

  • CIↃ entspricht einem M, dem Zahlzeichen für 1000, IↃ entspricht einem D, dem Zahlzeichen für 500;
  • die Zahl MDCLXII ergibt also 1662
  • CIↃ: Das ursprüngliche Zeichen für 1000, das Phi (Φ, auch geschrieben ↀ oder CIↃ) kann als eine Zusammensetzung von einem C, einem I und einem Apostrophus angesehen werden. Das verdankt seine Entstehung also nicht der Abkürzung von MILLE, ebenso hat D (IↃ) seinen Ursprung darin, dass es das halbe CIↃ, also 500 ergibt.

 

die beiden Schlussverse könnten ein Distichon darstellen (falls meine Transkription korrekt ist):

Nil Aed[i] huic noceant venti nil ignis & imber

nil miles: Summam // perstet ad usque Diem!

 

 

 


Quellen / Literatur

(vgl.: Morsbach / Titz: Stadt Coburg – Denkmäler in Bayern, München 2006; S. 389/90 (Salvatorkirche)  S. 278/9: (Salvatorfriedhof).

St. Salvator (Coburg) – Wikipedia

 

 

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