• Link zu Facebook
  • Link zu Mail
Tel.: 09561 231149
Initiative Stadtmuseum Coburg
  • Startseite
  • Über uns
    • Ziele unserer Arbeit
    • Führungsangebote
    • Verein intern
    • Vereinsgeschichte
    • Mitglieder und Kontakt
  • Aktuelles
  • Aktivitäten/Projekte
    • Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen der Stadt Coburg
    • Kooperation und Vernetzung
    • Kindermuseum 2018
    • Andreas Flocken – ein Pionier der Elektromobilität
    • Coburger Künstler – ein Projekt in Zusammenarbeit mit Robert Reiter
  • Publikationen
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Lateinische Texte: Morizkirche

Du bist hier: Startseite1 / Coburgum Latinum: Index / Pagina prima2 / 3 Lateinische Texte an und in Kirchen3 / Lateinische Texte: Morizkirche

Lateinische Texte in und um die Morizkirche

Kirchen, vor allem die älteren Kirchen wie die Morizkirche, sind von Anfang an eine Fundgrube für Texte in lateinischer Sprache gewesen. Die Gründe wurden hier wiederholt dargelegt. An Textarten findet man prinzipiell Epitaphien (vor allem auch das Epitaph für die Eltern Casimirs sowie zahlreiche weitere Epitaphien, die auf einer eigenen Unterseite behandelt werden), Gründungsinschriften, Bibelzitate, Glockeninschriften und Texte wie die Vita  des Namenpatrons Mauritius.

 

 

 

 

 

Bei der Morizkirche befinden sich außen auch Bauinschriften, wobei vor allem die lateinische Bauinschrift unterhalb des Christopherus am Nordturm interessant ist:

 

Zu entziffern sind (in gotischen Minuskeln) die Buchstaben:

Anno – dom – m- cccc -l-

– dnica – an – festu – pethe

costes – icepta – e- h – tris

 

der Text ohne Abkürzungen:

Anno domini MCCCCL dominica ante festum penthe/costes incepta est haec turris

Übersetzung:

Im Jahre des Herrn 1450 am Sonntag vor Pfingsten ist dieser Turm begonnen worden.

Bauinschrift Morizkirche

Kennzeichnend für Minuskelschriften ist, dass sie im Unterschied zu Majuskeln bei einer Reihe von Buchstaben Ober- und Unterlängen aufweist. Typisch sind die „gebrochenen“ (vgl. Fraktur) Bögen bei den Buchstaben, die also nicht oben und unten (z. B. bei „a“) gerundet sind. Die gotische Minuskel löste ab dem 13. Jahrhundert in Handschriften die karolingische Minuskel ab und wurde – wie hier – auch für Inschriften eingesetzt. Daneben werden als Minuskeln auch Texte in Kleinbuchstaben bezeichnet, eine Majuskelschrift dagegen eine ausschließlich aus Großbuchstaben bestehende Schriftart, wie es z. B. bei der Gründungsinschrift am Casimirianum zu sehen ist.

Eingemeißelte Inschriften sind natürlich aufwändig, weshalb sich häufig Abkürzungen (Abbreviaturen) finden wie A.D. für Anno Domini. Man unterscheidet Suspension, die Weglassung von Buchstaben am Wortende, die durch Punkt, Überstreichung etc. deutlich gemacht wird, und Kontraktion, das Weglassen von Buchstaben im Mittelteil, die durch Überstrich ersetzt werden können wie der „-“ bei „dm“ in Zeile 1 für domini.

Diese Inschrift ist sehr knapp gehalten, vor allem wegen der Abkürzungen (vgl. oben!), aber auch wegen der wenigen Informationen. Der Grund liegt sicher auch in der frühen Entstehungszeit (1450). In Bayreuth findet sich am Nordturm der Stadtkirche eine etwa 200 Jahre jüngere Inschrift, die sehr viel mehr Informationen bietet. Allerdings dient diese wohl vor allem der Preisung der Verdienste des Markgrafen und des Kanzlers. Ähnliches bieten die Coburger Bauinschriften z. B. bei der Ratsschule oder dem Georgenspital.

Kommentar:

dominica: [vgl. ital.: domenica = Sonntag] dominica [dies] = Sonntag (dieser letzte Sonntag vor Pfingsten – „Exaudi“ – weist schon auf das nahe Pfingstfest hin. Im Zentrum steht die Erwartung des Heilshandelns Gottes, was gut zu einem Baubeginn – also der Erwartung des Turmes und des Glockengeläuts – passt. 1450 fiel dieser Sonntag auf den 17. Mai. Es ist der letzte Sonntag vor (=ante), nicht nach Pfingsten, wie auf der Infotafel vor dem Casimirianum zu lesen ist. Dies ist aber nur ein Flüchtigkeitsfehler, denn danach wird richtigerweise „Exaudi“ genannt. Erstaunlich ist aber, dass der Fehler vor dem Casimirianum offenbar nie einem Lehrer aufgestoßen ist.

penthecostes:  [eigentlich: pentecoste; hier der griechische Genitiv: pentecostes] Pfingsten (ursprünglich wurde Schawuot, das jüdische Erntedankfest, das 50 Tage, also sieben Wochen plus einen Tag, nach dem Pessachfest gefeiert wird, altgriechisch als ἡ πεντηκοστή bezeichnet. Im späten 4. Jahrhundert kommt der Brauch auf, die einzelnen Stationen der Passions- und Ostergeschichte an besonderen Terminen gottesdienstlich zu feiern; in diesem Zusammenhang wurde auch die pentekostḗ-Festzeit nach Ostern aufgegliedert und der 50. Tag als Fest, Pfingsten, begangen) 

festum: der Feiertag; ansonsten dies festa: Festtag (vgl. dt. Festivität nach lat. festivitas)


Daneben gibt es noch eine deutsche Bauinschrift zu dem gotischen Nachfolgebau einer romanischen Kirche an dieser Stelle  (vgl. dazu vor allem Morsbach / Titz S. 187 ff.) Entsprechend vgl. bei Wikipedia: „1520 begann der Ersatzneubau des Langhauses“.

 

Text (nach: Habel: Informationstafel über dem Nordeingang)

Nach Christi geburt 1520 / Am montag nach dem pfin/gsttag ist dieser bau angehobe


Quellen:

https://www.coburgmarketing.de/kultur-erleben/sehenswuerdigkeiten/kirchen

Morizkirche (Coburg) – Wikipedia

Coburger Landeskirche – Historisches Lexikon Bayerns (historisches-lexikon-bayerns.de)

Literatur:

Hans-Ludwig Oertel / Klaus Wunderer: Salve! ein Spaziergang auf der Suche nach lateinischen Inschriften an Coburger Gebäuden und Gedenksteinen; Coburg 2014; S. 26 ff.

 


Zuschriften bitte an: Coquus22@gmail.com (Administrator)

Bitte besuchen Sia auch die gleichlautende Seite bei Facebook: Coburgum Latinum

zurück zur Prima Pagina

 

  • 0 Coburgum Latinum: Vorwort Konzept
  • 0.10 Coburgum Latinum: Inhalt
  • 0.2 Verwendung im Lateinunterricht
  • 1 Coburgum Latinum: Profane Gebäude
  • 1.2 Bürgerhäuser
    • Coburgum Latinum: Haus Hinterm Marstall
    • Coburgum Latinum: Hof-Apotheke
    • Coburgum Latinum: Schloss Ketschendorf
    • Coburgum Latinum: Stadtapotheke Coburg
    • Georgenspital
      • Georgenspital Kommentar
      • Historie Georgenspital
    • Goethehaus in Weimar: Bauinschrift Helmershausen
  • 1.2 Profane Gebäude: Ämter und Schulen
    • Casimirianum Gründungsinschrift
      • Coburgum Latinum: Briefwechsel zwischen Leibnitz und dem Leiter des Casimirianums Cyprian
      • Coburgum Latinum: Casimirianum: Übersetzung und Kommentar der Inschrift
    • COBURGUM LATINUM: Inschrift an der Veste
    • COBURGUM LATINUM: Inschrift der Ratsschule
      • COBURGUM LATINUM: Text der Inschrift der Ratsschule
        • Übersetzung mit Kommentar zur Inschrift Ratsschule
    • Coburgum Latinum: Regimentsstube im Rathaus
      • Coburgum Latinum: Kommentar zu Tafel in Regimentsstube
    • Hausinschrift in Lichtenfels
      • Historie Haus Mühlgasse 1
    • Inschrift am Gericht
      • Daniel in der Löwengrube
  • 1.3 Coburgum Latinum: Casimirianum
  • 3 Lateinische Texte an und in Kirchen
    • Ahorn – Epitaph über der Streitberger’schen Gruft
      • mors ianua vitae – vita ianua mortis
        • Grabinschrift Albrecht Dürer
        • Grabinschrift Christoph Harsdörffer
        • Grabinschrift Sigmund von Birken
    • Coburgum Latinum: Bauinschriften
    • Fechheim: St. Michael
    • Hofkirche in Schloss Ehrenburg
      • Hofkirche in Schloss Ehrenburg
    • Lateinische Epitaphien
      • Coburgum Latinum: Mausoleum im Hofgarten
        • Coburgum Latinum: Horaz: non omnis moriar
    • Lateinische Texte: Morizkirche
      • Coburgum Latinum: Vita des Mauritius
      • Fürstengruft – Herzogin Anna Sophia
      • Grabplatten an Außenwänden der Morizkirche
        • Epitaph Johannes Herwart
        • Grabplatten an der nördlichen Wand des Chores der Morizkirche
          • Grabplatte für Volkmar Günther Förster
        • Grabplatten an der Nordseite des Langhauses der Morizkirche
          • Grabplatte 23: Johann Philipp Eberwein
        • Grabplatten an der südlichen Außenwand der Morizkirche
    • Salvatorkirche und Salvatorfriedhof
      • Epitaphien außen an der Salvatorkirche
      • Epitaphien innen in der Salvatorkirche
      • Epitaphien und Grabmäler in der Grufthalle
        • Grabstein für Johann May – Kommentar
        • Lebensdaten von Johann May
      • Salvatorkirche Weihinschrift
        • Salvatorkirche: Übersetzung der Bau- und Weihinschrift
        • Salvatorkirche: Übersetzung der Bau- und Weihinschrift
      • Salvatorkirche: Geschichte
    • Seßlach: Epitaph in der Pfarrkirche
    • Sonnefeld – Gedenktafel für Magister Lorenz Lang
  • 4 Urkunden
    • Urkunde Berthold Kommentar
  • 7 Coburgum Latinum: Literaten
    • Johann Matthäus Meyfart
      • Johann Matthäus Meyfart: Übersetzungen Epigramme
  • Coburgum Latinum: Casimirianum
    • COBURGUM LATINUM: Noctes Casimirianae
    • Noctes Casimirianae: Totenklage um Tiere
      • Catulls Passer-Gedicht
      • Totenklage: Grabgedicht auf eine Hündin namens Myia
  • COBURGUM LATINUM: Epigraphik
  • Coburgum Latinum: Literaturliste
  • COBURGUM LATINUM: Novissima
  • Hoflieferanten
    • Wappen
  • Inhaltsverzeichnis
  • Lateinische „Fundstücke“
    • „Salve“ Raststraße.
    • Firmennamen – Latinismen
    • Verschiedenes
  • Münzen und Medaillen
    • Medaille: Pfarrer Erdmann
      • Fischer Erdmann Lebenslauf
    • Medaille: Priesterjubiläum Pfarrer Fischer
    • Medaille: Prinz Friedrich Josias
    • Medaille: Prinz Friedrich Josias – Kommentar
    • Medaille: Sterbemedaille Herzog Franz Josias
      • Kommentar zur Sterbemedaille Herzog Franz Josias
    • UNTERSCHEIDUNG VON MÜNZEN UND MEDAILLEN
    • Vita von Herzog Franz Josias

Aktuelles

  • Ausstellung „Doppelgänger“ von Peter Korn16. Juli 2026 - 22:56
  • Vortrag von Prof. Dr. Eckart Conze6. Juni 2026 - 9:49
  • Vortrag über Emil Plat und die Jugendbewgung28. April 2026 - 15:04
  • Halbzeit in Rückert 3 – bis 24. Mai weiterhin geöffnet!20. April 2026 - 9:09

Kategorien

  • Aktivitäten und Projekte
  • Aktuelles
  • Allgemein
  • Borneff
  • Kindermuseum
  • Mitgliederversammlungen
  • Publikationen
  • Rückspiegel
  • Veranstaltungen

Archiv

  • Juli 2026
  • Juni 2026
  • April 2026
  • März 2026
  • Dezember 2025
  • November 2025
  • Oktober 2025
  • September 2025
  • August 2025
  • Juli 2025
  • Mai 2025
  • April 2025
  • März 2025
  • Februar 2025
  • Januar 2025
  • November 2024
  • Oktober 2024
  • Juni 2024
  • Mai 2024
  • März 2024
  • Januar 2024
  • Oktober 2023
  • Mai 2023
  • Dezember 2022
  • Mai 2022
  • März 2022
  • Februar 2022
  • Januar 2022
  • November 2021
  • Juli 2021
  • November 2020
  • Oktober 2020
  • September 2020
  • Februar 2020
  • November 2019
  • Oktober 2019
  • Juni 2019
  • Mai 2019
  • März 2019
  • Februar 2019

Schlagwörter

9. November Auktion Borneff Carl Führ Elektromobilität Elektrowagen Flocken Flockenwagen Goldene Zwanziger Grafik historische Quelle Krieg Los der Frau Rückert 3 Verissage Wirgestalten

Probstgrund 18a
96450 Coburg
Tel.: 09561 231149
verein@initiative-stadtmuseum-coburg.de
https://initiative-stadtmuseum-coburg.de

Aktuelles

  • Ausstellung „Doppelgänger“ von Peter Korn16. Juli 2026 - 22:56
  • Vortrag von Prof. Dr. Eckart Conze6. Juni 2026 - 9:49
  • Vortrag über Emil Plat und die Jugendbewgung28. April 2026 - 15:04
© Copyright - Initiative Stadtmuseum Coburg
  • Impressum und Datenschutzerklärung
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen