Historie Georgenspital

Das Spital wurde wohl vor 1291 von den Grafen von Henneberg gestiftet (vgl. Urkunde vom 22, November 1317). Nach Bränden 1511 und 1566 wurde das Haus 1715 mit drei geschossen neu gebaut und blieb als Spital bis ins 20. Jahrhundert in Benutzung. Das Spital liegt an einem für mittelalterliche Städte typischen Situation, nämlich am äußersten Stadtrand in der Nähe eines Stadttores, dem Spitaltor. 1907  wurden Läden im Erdgeschoss eingebaut. 1983 wurde das erste Obergeschoss in Büroräume umgebaut. [vgl.: Denkmalliste zu Steinweg 4])

Ein Spital – oder auch Hospital (das Spital (mhd. spittel; gekürzt aus Hospital = lat. hospitium = Herberge, Gastfreundschaft; spätlat. hospitale = Gastzimmer)) – war im Mittelalter Krankenhaus, Pflege- und Altenheim zugleich und es war christlichen Grundsätzen verpflichtet. Das Gebot der Nächstenliebe, die Verheißung der Bergpredigt, die Barmherzigen würden selbst Barmherzigkeit erlangen (Matth. 5,7), und der Wunsch, etwas zu tun, um das ewige Seelenheil zu erlangen, lassen sich aus vielen alten Stiftungsbriefen entnehmen. Aber auch die Dankbarkeit gegenüber einem wohlmeinenden Schicksal, die persönliche Verbundenheit zu einer Stadt oder Gemeinde und das Wachhalten des Andenkens der Nachgeborenen an den/die Stifter sind als Motive zu finden. Bis ins 14. Jh. durfte ein Spital nur von Kirchenleuten gegründet und betrieben werden. Die religiöse Ausrichtung der Spitäler zeigte sich nicht zuletzt darin, dass sie sich ein Patrozinium, hier den heiligen Georg, wählten.

Hier wurden kranke und alte Menschen versorgt. In den engen Städtchen des Mittelalters war ein solches Haus zwingend erforderlich, um den vielfältigen Krankheiten, trotz des geringen medizinischen Wissens, etwas entgegen zu setzen. Wegen der Furcht vor Ansteckung lag es außerhalb der Mauern.

Neben der medizinischen Versorgung fungierte es nicht selten auch als Alterssitz für wohlhabende Bürger. Die Spitalinsassen lebten nach Klosterregeln ähnelnden Grundsätzen und bildeten eine religiöse Gemeinschaft. Ihr Streben galt einer guten Todesstunde und einem seligen Lebensende. Darüber hinaus stand ein Spital immer wieder auch mittellosen Reisenden und Pilgern offen.

 

 

 

 

 

 

Das Portal auf der Nordseite ist mit einer flachen Korbbogenrahmung und geradem Sturzgebälk darüber ausgeführt. Das Jahr 1715 (vgl. Foto oben) dürfte der Entstehungszeit dieses Flügels entsprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1952 wurde diese kleine Eingangspassage eingebaut, die Fenster im Obergeschoss lassen die früher Nutzung mit kleinen Kammern für Kranke bzw. Pfründner erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellen:

https://www.coburg-magazin-forum.de/t507794f11793361-St-Georgen-Hospital.html

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Denkm%C3%A4ler_in_Coburg/S#Steinweg


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